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Die falsche Signalwirkung von Maskottchen im Vorstand

Die neueste Allbright-Studie hat es aufgedeckt: Viele Unternehmen "gönnen" sich nun eine Frau im Vorstand und geben offen zu, dass es ihnen darum geht, das Thema "Quote" abzuhaken. Dahinter verbirgt sich weniger der Wunsch nach einem nachhaltigen Kulturwandel hin zu mehr Inklusion oder echter Teilhabe, sondern eher das Erfüllen einer regulatorischen Bedingung, die wenig Einfluss auf das Unternehmen selbst haben wird. Zudem kommt hinzu, dass Frauen im Vorstand oft auf wenig operativ relevante Themen beschränkt werden und eher in sogenannten Stabsressorts wie Recht, Organisation, Compliance und HR anzutreffen sind.


Kritiker könnten einwenden, dass eine Frau im Vorstand der erste Schritt sei und eine klare Signalwirkung nach innen und außen sende, um zu zeigen, dass es möglich ist. Grundsätzlich ist dem zuzustimmen, jedoch wird dabei oft übersehen, dass diese Frauen häufig über eine erste Amtsperiode von drei Jahren nicht hinauskommen. Frauen, die sich nachhaltig im Vorstand durchsetzen, bringen entweder eine eigene Leistungsbilanz und Netzwerke von innen mit oder übernehmen sofort eine operative Gesamtverantwortung. Die Nähe zur echten Macht ist wichtig, um Entscheidungen zu treffen, die das Unternehmen wirklich betreffen. Zudem bedarf es einer echten Beförderung von innen nach oben, damit auch im mittleren Management mehr Frauen die Möglichkeit zum Karriereaufstieg haben.


Unternehmen, die echte Veränderung wollen, berücksichtigen dies bei der Bestellung ihres Vorstands und setzen die richtigen Akzente bei der Beförderung eigener Talente, damit das Unternehmen einen echten Führungs- und Kulturwandel erfährt. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist es wichtig, die eigene Glaubwürdigkeit zu erhöhen und keine "Maskottchen" ins Schaufenster zu stellen.

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